Lebenszeichen



In den letzten Monaten ist in Altamira aber auch auf einigen Reisen, die ich unternommen habe, seeeehr viel passiert. Ich habe den Trubel einfach genossen und den Moment gelebt. Doch jetzt denke ich, dass es doch mal wieder an der Zeit ist, euch auf den neuesten Stand zu bringen!


Die Vorweihnachtszeit war geprägt von viel Arbeit und Kontakt mit Besuchern. Zunächst hatten wir ordentlich in der Kaffeeproduktion zu tun, da sich die Erntezeit im Dezember immer dem Ende zuneigt und dann umso mehr Leute in der Weiterverarbeitung gebraucht werden. Ende November, Anfang Dezember kamen mit dem besseren Wetter dann immer mehr Touristen nach Altamira und ich habe im Restaurant oder der Herberge geholfen. Besonders interessant war es, sich mit Leuten zum Beispiel aus Deutschland, Frankreich oder den USA über das Leben hier und deren erste Eindrücke zu unterhalten. Dabei musste ich oft schmunzeln, denn die für Touristen sensationell, schockierende Dinge wie kein Internet, häufige Stromausfälle, dreckiges Wasser aus dem Hahn, unpassierbare Straßen, riesige Insekten, die Isoliertheit von Altamira und auch die Eigenheiten der Menschen vor Ort, sind für mich mittlerweile zu Alltag oder Nebensächlichen geworden. Durch Gespräche mit vielen Besuchern, aber auch gerade jetzt, wo ich die letzten fünf Monate Revue passieren lasse, merke ich, wie schwer es am Anfang für mich war, diese Kultur zu verstehen. Der Kontakt mit den fremden Besuchern zeigt mir aber auch immer wieder, wie viel ich schon gelernt habe und wie wohl ich mich mit der Kultur, dem Leben und den Menschen fühle. 

Meine Nachbarin Sonia und Baby Damian

Unser Hund Canelo

Meine Gastfamilie auf der Abschlussfeier von Fabian

Mein Gastvater Milson und Bruder Jafeth beim arbeiten

Ein schöner Spaziergang
Ein erster Höhepunkt im Dezember war auf jeden Fall mein Geburtstag! Für gewöhnlich verbringe ich diesen im um diese Zeit nasskalten Deutschland, wo sich die Feierlichkeiten gezwungenermaßen immer nach Drinnen verlagern. Dieses Jahr hatte ich Sommer, Sonne und abends noch ein Lagerfeuer mit Freunden und Familie! Kurz darauf war auch schon Weihnachten und ehrlich gesagt hätte ich das bei dem Wetter und den ganzen Palmen fast vergessen, wenn meine Gastmutter nicht die schönste Weihnachtsdeko aller Zeiten aufgehangen hätte. Zwischen stilvoll rot-grün-blau blinkenden Discolichtern lag der kleine Jesus Christus hier in seiner Krippe. Heiligabend war genauso anders wie der Rest der Vorweihnachtszeit. Tagsüber war ich mit Henriette, meiner Mitfreiwilligen, wandern und abends saßen wir gemütlich in AsoProLa draußen und haben gequatscht. Natürlich habe ich meine Familie an Weihnachten sehr vermisst, aber nächstes Jahr kann ich ja wieder mit meinen Lieben feiern. Was ich aber wiederum in Deutschland vermissen werde sind Tamales, eine costa – ricanische Spezialität, die man hier zu Weihnachten macht. 

Der 24. Dezember in Altamira

Bei dem Wetter kommt einfach keine Weihnachtsstimmung auf

Tamales: Eine Masse aus Maismehl und Gewürzen wird mit Reis und Gemüse und hier Fleisch in ein Bananenblatt eingewickelt und gekocht


Ausflug zu einer Freundin aus dem Nachbardorf mit Henriette



In den letzten Monaten war ich aber nicht nur in Altamira, sondern bin endlich ein bisschen mehr rumgekommen. Dabei habe ich einen der zahlreichen Vulkane Costa Ricas besucht, den Irazú. Leider konnten wir wegen dem dichten Nebel nicht viel vom Krater sehen, aber der Rest sah dadurch aus wie eine Mondlandschaft. Total faszinierend, finde ich!

Mitten im Nirgendwo

Meine Mitfreiwillige Julia

Wie auf dem Mond



Silvester haben wir Freiwilligen an der Karibikküste verbracht, wo wir unter Palmen am Strand und mit Reagge – Musik ins neue Jahr gerutscht sind. Generell hat mich die ganze Atmosphäre in der costa-ricanischen Karibik fasziniert, weil sie anders war als alles was ich von diesem Land bis jetzt gesehen habe. In der Karibik dominiert die farbige Bevölkerung, man sieht überall Rastafaris, überall hört man Reaage-Beats und alle sind super entspannt drauf. Seeeehr entspannt. Und natürlich sind die Strände ein Traum – Karibik eben. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch mal die Möglichkeit habe, dorthin zurückkehren zu können. 

Entspannen im Hotel in Cahuita

Ein typisches tico-Frühstück: Gallo Pinto  (Reis und Bohnen) mit Ei

Puerto Viejo

Auch Puerto Viejo

Unser Hängematten-Hostel in Puerto Viejo



Die letzten drei Wochen waren für mich dann noch einmal arbeitstechnisch ein echtes Highlight, denn wir hatten eine große College-Gruppe aus Kanada in AsoProLa. Zwar haben alle in Gastfamilien im Dorf gewohnt, aber tagsüber sind wir verschiedenen Projekten mit den Freiwilligen nachgegangen. Zum Beispiel habe ich mit einem Teil der Gruppe ein großes Mosaik im Freien gelegt, ein anderer Teil hat eine Wand in der Kaffeeproduktion bemalt und wieder andere waren Kaffeepflücken oder haben im Garten geholfen. In ihrer Freizeit ist die Gruppe dann mal an den Fluss gefahren, hat Yoga-Unterricht für die Frauen aus dem Dorf gegeben oder ein Fest für Kinder veranstaltet. Am Ende hatte ich alle total ins Herz geschlossen und konnte zum Glück noch für ein paar Tage mit an den Strand fahren, bevor wir uns unter Tränen in San José verabschiedet haben. Seit zwei Tagen bin ich nun wieder zurück und vermisse das Gewusel der ganzen Leute hier. Die Stimmung war wirklich toll und die „Arbeit“ mit der Gruppe hat extrem Spaß gemacht. Ich hoffe, es kommen noch mehr solcher Erfahrungen. 

Die Kanadier :)

Erste Vorbereitungen für das Mosaik

Ausflug zum Fluss

Jedes Teil muss einzeln gelegt und aufgeklebt werden...insgesamt haben wir eine Woche daran gearbeitet


Das Ergebnis




So. Wer bis jetzt durchgehalten hat – Respekt! Der Eintrag war echt lang aber ich freue mich, dass ihr es bis hierher geschafft habt. Jetzt mache ich mich auf in das Halbzeitseminar von Brot für die Welt, das eine Woche in einem abgelegenen, indigenem Dorf stattfindet. Da bin ich jetzt auch echt mal gespannt wie das so wird. Und wer es jetzt dezent überlesen hat: es ist das HALBZEIT-Seminar, ich bin schon fast ein halbes Jahr hier. Ich kann es selbst kaum glauben wie schnell die Zeit vergeht. Wahnsinn...



Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße aus Costa Rica,

eure Katja :) 




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